BVA-Pressemitteilung

Hygiene ist das A und O

Studie zu Kontaktlinsenkomplikationen

WIESBADEN 2.06.2012 – Immer wieder sehen Augenärzte diese Beschwerden bei Kontaktlinsenträgern: Das Auge ist rot, die Hornhaut entzündet, möglicherweise hat sich schon ein Hornhautgeschwür gebildet. Welche Komplikationen bei Kontaktlinsen besonders häufig auftreten und was die Ursachen dafür sind – dazu hat der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) seit dem Jahr 2005 fast 2000 Fallberichte ausgewertet. Dr. med. Dorothea Kuhn, die stellvertretende Vorsitzende des BVA-Ressorts Kontaktlinsen, stellt die Ergebnisse beim Kontaktlinsenkongress, der am 2. und 3. Juni in Wiesbaden stattfindet, vor.

2005 begann das BVA-Ressort Kontaktlinsen, die Daten anhand eines Fragebogens zu erheben. Vor allem niedergelassene Augenärzte, in deren Praxis die Kontaktlinsenanpassung ein besonderer Schwerpunkt ist, beteiligen sich an der Aktion. Ihr Ziel war es, Informationen über die Art der Kontaktlinsen, das Trageverhalten und den Umgang mit Hygieneregeln zu erhalten, außerdem Daten über die augenärztlichen Befunde und die Therapie.

Erfahrung und Sorgfalt schützen vor Problemen

Dr. Kuhn fasst einige Ergebnisse der Auswertung zusammen: „Je länger die Träger Erfahrung mit Kontaktlinsen gesammelt haben, desto weniger Komplikationen treten auf“, berichtet sie. Auffällig ist, dass 25 Prozent der Patienten, die Komplikationen erlitten, angaben, ihre Linsen im Versandhandel – etwa über das Internet – oder ohne fachlichen Rat in Drogerien oder Supermärkten nachgekauft zu haben. Dieser Anteil hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, haben die beteiligten Augenärzte übereinstimmend beobachtet. Das größte Risiko für die Augengesundheit ist ein nachlässiges Hygieneverhalten, belegen die Daten: Nur etwa die Hälfte der Patienten reinigte die Kontaktlinsen täglich, sehr oft wählten sie für die Reinigung auch keine Markenprodukte, sondern billigere Alternativen. Ein weiterer Fehler, der häufig zu Schäden am Auge führt: Die Patienten missachten den Rat, dass Kontaktlinsen nicht mit Leitungswasser in Berührung kommen und beispielsweise zum Duschen herausgenommen werden sollten. Beim Schwimmen sollte man eine Schwimmbrille tragen oder Tageslinsen benutzen, die anschließend entsorgt werden.

Rotes Auge, entzündete Hornhaut

Am häufigsten beobachteten die Augenärzte von Kontaktlinsen gereizte rote Augen. Weitere Komplikationen waren Entzündungen der Hornhaut, die bis hin zu Hornhautgeschwüren reichten. Oft beobachteten sie auch, dass Blutgefäße in die Hornhaut einwachsen. Sehr schwere Komplikationen, die eine Behandlung im Krankenhaus bis hin zur Hornhauttransplantation nötig machten, tauchen in der Statistik nur vereinzelt auf. Das führt Dr. Kuhn darauf zurück, dass sich überwiegend niedergelassene Augenärzte an der Datenerhebung beteiligten. Sehr schwere Komplikationen werden jedoch in der Regel im Krankenhaus behandelt.

Für viele Patienten hatten die von Kontaktlinsen verursachten Augenkrankheiten bleibende Folgen, bedauert Dr. Kuhn: „Rund ein Viertel von ihnen konnten auch nach Abschluss der Behandlung keine Kontaktlinsen mehr tragen.“


 

Herausgeber:
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